Bauerngarten anlegen, planen, bepflanzen und pflegen – Hier ist die Anleitung

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Einen Bauerngarten planen

Bauerngarten

Bauerngarten mit Zaun

Die Sehnsucht nach der guten, alten Zeit muss zumeist als Beweggrund für die Gestaltung eines Bauerngartens herhalten.

Wahrscheinlich geht es aber eher um das Gefallen an romantisch angehauchten Elementen, eine Geschmacksrichtung, die lediglich bei rein sachlich denkenden Menschen wenig ausgeprägt sein dürfte.

Wer einen Bauerngarten planen möchte, will sich Romantik in den eigenen Garten holen.

Details im Bauerngarten

Es gibt einige Bestandteile, die in einem Bauerngarten keinesfalls fehlen dürfen. Die Pflanzen betreffend, zählen dazu herrlich blühende Sommerblumen, Heil- und Küchenkräuter sowie das selbst gezogene Gemüse.

Verschiedene Pflanzenarten wachsen dabei nicht separat auf eigenen Beeten. Vielmehr macht der Mix den besonderen Reiz eines Bauerngartens aus. Einige optische Höhepunkte lockern das Gesamtbild auf.

Die Einteilung des Bauerngarten planen

Das zur Verfügung stehende Gartengrundstück wird zunächst in vier, sechs oder acht etwa gleichgroße Flächen eingeteilt. Zur Planung hilft eine Skizze ungemein. Der ideale Zeitpunkt der Planungsphase ist Herbst oder Winter, damit die Ideen im folgenden Frühjahr sofort in die Tat umgesetzt werden können.

Die eingeteilten Areale werden von Wegen umsäumt, die auch entlang des Zaunes bzw. der Grenzmauer verlaufen. So ist gewährleistet, dass überall ein Zugang zu den Beeten besteht. Um die Wege von den Beeten etwas abzugrenzen könnte man Buchsbaum an den Wegrändern pflanzen. Verbleibende schmale Streifen direkt am Grenzverlauf nehmen klimmende Gewächse zur Zaunbegrünung oder einzelne, niedrig bleibende Blumen auf.

Highlights integrieren

Pflanzen und Gemüse im Bauerngarten

Pflanzen und Gemüse im Bauerngarten

Einen Bauerngarten planen heißt, auch Elemente zu berücksichtigen, die besonders auffallen. Für den Zugang bietet sich ein Rosenbogen aus Holz an, der so breit sein sollte, dass eine Schubkarre durchpasst. Wege dürfen niemals am Gartenzaun enden, denn sie würden so ins „Nichts“ führen und der Garten stellt dann keine geschlossene Einheit mehr dar. Diese Plätze eignen sich stattdessen wunderbar für Blicke anziehende Elemente.

Somit bekommt der Weg die zusätzliche Bedeutung, der Zubringer zu diesem Platz zu sein, der als Schmuckwerk eine Bank, einen Brunnen, einen Obelisken, einen monumentalen Stein oder eine hochwachsende Pflanze besitzt. Natürlich kann sich auch in der Mitte des Gartens ein Highlight befindet. Bei eher runden Grundstücken bietet sich das geradezu an.


Einen Bauerngarten anlegen

Steht das Konzept für den Bauerngarten, kann die Ausführung beginnen. Zunächst fallen die groben Arbeiten an, wie die Rodung des bisherigen Bewuchses. Sorgfältiges Entfernen des Unkrauts, auch der Wurzeln, hält den Garten später länger sauber. Lassen sich vorhandene Stauden in den Bauerngarten integrieren, können diese natürlich stehen bleiben. Dies sollte man bei der Planung eines Bauerngartens auf jeden Fall berücksichtigen.

Zaun oder Mauer?

Für die Errichtung einer Mauer sollten Natursteine den Vorzug erhalten, eventuell aufgebaut als Trockenmauer. Wer einen Bauerngarten anlegen möchte, wird sich wahrscheinlich eher für einen Holzzaun entscheiden. Es kann ein natürlich wirkender Flechtzaun oder ein Lattenzaun sein.

Die Wege eines Bauerngarten anlegen

Das nächste Augenmerk gilt der Gestaltung der Wege. Die Betonung liegt hier auf Natürlichkeit, so dass eigentlich festgestampfte Pfade ausreichen. Zur Unterdrückung des Unkrautes hilft eine dicke Schicht Rindenmulch oder das Aufschütten mit Kieselsteinen. Dünne Natursteine in bizarren Formen, die sich als Pflastersteine eignen, stellen eine weitere Variante der Weggestaltung dar.

Highlights im Bauerngarten anlegen

Ein Rosenbogen am Eingang empfängt jeden Besucher aufs Herzlichste und stimmt auf die nostalgische Zeitreise innerhalb des Bauerngartens ein. Eine Ruhebank darf auf keinen Fall fehlen, entweder aus Holz oder aus Eisen mit hübsch geschwungener Verzierung. Als Wasserelement bietet sich ein Rundbrunnen aus Holz oder Naturstein an. Oder wie wäre es mit einem dekorativen Wandbrunnen? Ob sich dort tatsächlich eine Wasserzufuhr befindet oder nicht, spielt keine Rolle. Solarbetriebene Wasserpumpen sorgen für das ständige Plätschern. Der Ideenvielfalt für einen Bauerngarten sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt.

Artikel-Tipp:  So sollten Rosen geschnitten werden

Die Beete im Bauerngarten anlegen

Eingearbeiteter Kompost stellt sicher, dass den Pflanzen alle Nährstoffe zur Verfügung stehen. Das Besondere eines Bauerngarten liegt in der Verschmelzung der Blühpflanzen mit Heilkräutern und Gemüse innerhalb eines der großzügig angelegten Beete.

Der mittlere Bereich eines Beetes bleibt den höher wachsenden Pflanzen vorbehalten, denn die niedrigen würden dort untergehen. Zu den Gewächsen, die in keinem Bauerngarten fehlen sollten, zählen Stockrosen, Bartnelken, Löwenmäulchen, Rittersporn, Akelei, Sonnenblumen, als Kräuterpflanzen Kamille, Schnittlauch, Borretsch und Petersilie sowie Tomaten, Salat und diverses Gemüse.


Den Bauerngarten pflegen

Selbst wenn ein Bauerngarten angelegt und bepflanzt wurde, ist er wahrscheinlich niemals so richtig fertig, denn sein Besitzer findet in aller Regel immer wieder Stellen, die seiner Meinung nach Nachbesserung benötigen. Einen Bauerngarten pflegen bedeutet in erster Linie, ständig heranwachsendes Unkraut und auftretende Schädlinge zu entfernen. Außerdem benötigen die Pflanzen während längerer Trockenperioden zusätzlich Wasser. Alle anderen Arbeiten hängen auch von der Jahreszeit ab.

Zeitiges Frühjahr

Laubbäume, Sträucher, Rosen und Stauden, die teilweise noch ihr trockenes Laub vom Vorjahr tragen, werden idealerweise geschnitten, solange noch keine neuen Blätter sprießen. Es sollte an einem Tag ohne Frost im Laufe des Februars geschehen. Zu dieser Zeit können auch bereits die Samen der einjährigen Sommerblumen und der Tomaten auf der Fensterbank keimen.

Bauerngarten pflegen im Frühjahr

Von März bis Mai besteht die Hauptarbeit im Bauerngarten aus Erde auflockern, Säen, Setzen und Gießen, sowohl Blumen als auch Salate und Gemüse betreffend. Die aufgehende Saat der einjährigen Sommerblumen, die alljährliche selbst für Nachwuchs sorgen, muss eventuell umgesetzt und vereinzelt werden. Tomaten und Paprika brauchen Stützen und Salat wird am besten ständig im kleineren Umfang nachgesät, so dass immer erntereife Köpfe zur Verfügung stehen.

Bauerngarten pflegen im Sommer

Haben die ersten Blumen ihre Blühsaison beendet, beginnt das Entfernen der welken Blüten. Diverse Kräuter wie Schnittlauch und Zitronenmelisse treiben nach einem Rückschnitt wieder kräftiger aus. Gelegentliches Durchziehen mit einem Kultivator zwischen den Pflanzen sorgt für eine krümelige Bodenoberfläche und hält das Unkraut in Grenzen. Die Ernte von Salat, Gemüse und Beerenobst ist im Sommer in vollem Gange.

Bauerngarten pflegen im Herbst

Bevor der Frost einsetzt, sollte das kälteempfindliche Gemüse geerntet und das verbliebene Laub entfernt worden sein. Im Herbst ist die ideale Pflanzzeit für Sträucher, Rosen und Stauden. Reifer Kompost wird zwischen den Pflanzen verteilt und wo Gemüse stand in den Boden eingearbeitet. Ab November beginnt dann die Zeit der Ruhe und Entspannung, die sich wunderbar dazu eignet, sich über weitere Gestaltungsmöglichkeiten im eigenen Bauerngarten Gedanken zu machen.

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